Hockey is Diversity e.V.

Lukas „Luky“ Lang

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Luky Lang - Raymond Tellers

© Raymond Tellers

Lukas „Luky“ Lang wurde 1986 in Brünn, Tschechien geboren und ist der Sohn der Krefelder Eishockeylegende Karel „Hexer“ Lang. Das Eishockeyspielen muss Luky quasi in die Wiege gelegt worden sein. Doch da irrt man sich. Denn Luky fing erst mit dem Fußball spielen bei den Stuttgarter Kickers an, bevor er sich für ein Leben auf dem Eis entschied. In der Saison 2001 wechselte Luky zu der Juniorenmannschaft des EHC 80 Nürnberg, wo er bis zu seinem Wechsel im Jahr 2003 zu den Eisbären Juniors spielte. Bereits mit 17 Jahren feierte Luky sein DEL-Debüt im Dress der Eisbären Berlin. Der 1,88 Meter große Hüne spielte in über 130 DEL-Spielen und heuerte in der Saison 2012/13 bei den Schwenninger Wild Wings an.

1. Als zweifacher Vater und Sohn einer Torhüterlegende (Karel „Hexer“ Lang) – werden Deine Kinder wohl auch in Deine sportlichen Fußstapfen treten, oder?

Beide meiner Kinder werden zu nichts gezwungen. Auch ich wurde von meinem Vater zum Eishockeyspielen nicht gedrängt. Aber es sieht danach aus, dass meine Kleinen auch später Mal Eishockey spielen werden. Denn fast jeden Tag spielen sie mit ihren Plastikschlägern und Ball im Flur der Wohnung.

2. Wurde in Deiner Familie Deutsch oder Tschechisch gesprochen und wie hältst Du es bei Dir?

Da meine Frau eine Deutsche ist, sprechen wir zuhause nur Deutsch. Aber meine Eltern sind gebürtig aus Tschechien, von daher reden wir auch Tschechisch, wenn wir uns sehen.

3. Was ist typisch Deutsch bzw. Tschechisch an Dir?

Typisch Deutsch ist mein NRW-Slang. Typisch Tschechisch wahrscheinlich meine langen Haare.

4. Wer war Dein Kindheitsidol und welche Rolle hat er für Dich gespielt in Deiner Weiterentwicklung?

Bislang hatte ich immer nur Eishockeyspieler als Vorbilder. Zum Teil war mein Vater als Mensch und Sportler stets ein Vorbild für mich. Aber ich fand auch den ehemaligen NHL Torhüter der Colorado Avalanche, Patrick Roy immer sehr gut.

5. Was war bislang Dein schönster bzw. schlechtester Moment im Eishockey?

Der schönste Moment in meiner noch jungen Eishockeylaufbahn war definitiv das Spiel, mit meinem Ex-Club Adler Mannheim gegen das NHL-Team San Jose Sharks. Dieses Spiel werde ich nie vergessen. Mein nicht so schöner Moment war die Saison in Wolfsburg (Saison 2011/12). Das war für mich ein verkorkstes Jahr. Ich bin nun sehr froh darüber, mit den Schwenninger Wild Wings eine neue sportliche Heimat gefunden zu haben. Die Teamkameraden, die Fans und auch das Umfeld sind top.

6. Deutschland ist ein Einwanderungsland. In der Welt des Sports spielt die Herkunft keine Rolle (siehe Fußball-Nationalmannschaft). Warum spielt die Herkunft außerhalb der Sportwelt so eine große Rolle? Was sollte sich in der Gesellschaft ändern, um Integration in Deutschland voranzubringen?

Im Eishockey oder im Sport allgemein ist es gut zu beobachten, wenn ein Spieler mit ausländischen Wurzeln in eine neue Mannschaft wechselt, geschieht die Integration sehr schnell. Der Spieler wird ein Teil der Mannschaft und findet Akzeptanz beim heimischen Publikum. Anders ist es außerhalb der Sportwelt. Wenn ein Mensch mit, sagen wir mal optisch erkennbaren ausländischen Wurzeln von außerhalb versucht sich in unsere Gesellschaft zu integrieren, wird er beinahe wie ein Außerirdischer behandelt. Das ist sehr Schade! Wir könnten hier von der Sportwelt lernen. Denn auch wenn es idealistisch klingen mag, sind wir alle gleich, haben dieselben Ängste und Ziele. Egal welche Herkunft, Religion oder Hautfarbe – jeder sollte gleich behandelt werden.

7. Wenn Du die Möglichkeit hättest, den nachfolgenden Generationen junger Eishockeyspieler einen Ratschlag mit auf ihrem Weg zu geben, was würdest Du Ihnen sagen?

Einfach jeden Tag 100 Prozent geben! Im Training mit Fleiß bei der Sache sein und stets sein Ziel verfolgen! Vor allem sollte man sich aber nicht von anderen aus der Bahn werfen lassen, zum Beispiel mit Alkohol oder sonstigen Sachen, die einen mehr Schädigen als Nutzen. Wenn man fest daran glaubt sein Ziel zu erreichen, hart trainiert, dann kann man alles schaffen!

Danke für das Interview und weiterhin viel Erfolg!